Serendib. Singhala. Ceylon. Dies sind nur einige Namen, die Sri Lanka im Laufe seiner langen Geschichte trug. Der heutige Name des Landes ließe sich wohl am besten mit den Worten “Ehrwürdige Schöne” übersetzen. Die tropfenförmige Insel im Indischen Ozean war von der Antike bis heute ein Verkehrsknotenpunkt und damit ein Schmelztiegel der Kulturen.

Buddhismus, Hinduismus, Christentum und Islam existieren hier Seite an Seite; Singhalesen und Tamilen und viele andere ethnische Gruppen haben das Land nachhaltig geprägt. Das bezeugen auch die zahlreichen Tempel sund Heiligtümer, die von einer einer ereignisreichen und wechselhaften Vergangenheit berichten.

Eine kurze Geschichte Sri Lankas

Sri Lanka kann auf 2.800 Jahre reicher Geschichte zurückblicken. Dabei war die Geschichte des Landes oft wechselhaft und unruhig. Sie beginnt etwa 600 v. Chr., damals kamen die Vorväter der Singhalesen hierher und verdrängten bald die Veddas, die eigentlichen Ureinwohner der Insel. Den Singhalesen ist auch das Wappentier Sri Lankas, der Löwe, zu verdanken. Denn ihr Name bedeutet nichts anderes als Löwenhaft. Sie etablierten auch den Buddhismus, der schon bald zur Staatsreligion wurde und das Land bis heute prägt. Davon zeugt unter anderem der Bodhi-Baum in Anuradhapura, dem ersten Königssitz und einem der größten Heiligtümer des Landes.

Die Tamilen folgten den Singhalesen um 200 v. Chr. und brachten den Hinduismus mit ins Land. Sie siedelten hauptsächlich im Norden der Insel, daher finden sich dort noch heute die schönsten hinduistischen Tempel Sri Lankas. Auch im nördlichen Osten der Insel bis nach Trincomalee finden sich viele hinduistische Bauwerke, die auf die Tamilen und ihre Kultur zurückgehen, wo viele von ihnen bis heute leben. Obwohl auch Indien immer wieder Ansprüche auf die Insel erhob, blieb Anuradhapura bis 1071 die Hauptstadt Sri Lankas und die Kulturen der Singhalesen und Tamilen entfalteten sich.

Um 1500 trafen die Portugiesen ein und eroberten Teile der Insel. 150 Jahre später ergriffen die Holländer die Macht. Die von ihnen errichtete Festung Galle im Südwesten kann bis heute besichtigt werden. Ihre Nachfahren leben auch heute noch auf Sri Lanka und werden Burghers genannt. Sie stellen die christliche Minderheit im Land.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts übernahmen die Briten das Kommando auf Sri Lanka. Ihnen ist auch der Name Ceylon zu verdanken, den auch der berühmte sri-lankische Tee trägt. Sie trieben den Export von Tee und anderen Produkten voran und prägten Sri Lanka zu dem Land, dass wir heute kennen. Doch auch ihre Herrschaft endete. Seit dem 1948 feiern die Einwohner ihre Unabhängigkeit am 4. Februar.

Leider herrschte zwischen 1983 und 2009 ein Bürgerkrieg zwischen den tamilischen Freiheitskämpfern – den sogenannten Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) – und der Regierung, der das Land sehr erschüttert hat. Eben dieser Krieg, als auch der Tsunami von 2004 brachte Sri Lanka zuletzt in unser Bewusstsein. Inzwischen sind die Unruhen jedoch beendet und seit 2009 herrscht offiziell Frieden. So hat sich Sri Lanka zu einem der idyllischsten und sichersten Reiseziele in Asien gewandelt. Seit November 2005 ist das Tsunami Early Warning System (TEWS) in Betrieb und überwacht den Indischen Ozean auf Seebeben, die Tsunamis auslösen können.

Trotz dieser Katastrophen haben die Sri Lanker sich stets ihre natürliche Herzlichkeit, Güte und Hilfsbereitschaft bewahrt. Sie begegnen neuen Besuchern und alten Bekannten stets mit einem Lächeln auf den Lippen.

Sri Lanka heute

Heute ist Sri Lanka eine demokratisch sozialistische Republik. Hier gilt die Indian Standard Time (IST). Da es hier keine Zeitumstellung gibt, ist Sri Lanka der deutschen Zeit im Sommer 3,5 im Winter 4,5 Stunden voraus. Bekannt ist das Land vor allem für Exportprodukte wie den berühmten Ceylon-Tee. Aber auch Gewürze, Tee, Textilien sowie Edelsteine, Kautschuk und Kokosnüsse spielen auf Sri Lanka eine wichtige Rolle. Das Land lockt mit einer Vielfalt faszinierender Landschaften. Von weißen Stränden bis zu waldigen Bergen, von ehrfurchterregenden Tempelanlagen bis zum kulinarischem Hochgenuss, hat Sri Lanka viel zu bieten.

Kaum 700 km vom Äquator entfernt, profitiert Sri Lanka das ganze Jahr vom tropischen Klima und ist immer eine Reise wert. Die besten Reisezeiten variieren jedoch von Region zu Region. Daher haben wir euch hier alles Wissenswerte zusammengetragen.